Deine Katze schläft wieder. Und schläft. Und schläft. Durchschnittlich 12 bis 16 Stunden pro Tag – das ist etwa zwei Drittel ihres Lebens! Warum?
Der Grund liegt in einem speziellen Schlafmuster, das Katzen (und viele andere Raubtiere) haben: polyphasisches Schlafen. Das bedeutet: Katzen schlafen nicht in einem langen Block wie Menschen – sie machen mehrere kurze Nickerchen über den Tag verteilt. Jedes Nickerchen dauert durchschnittlich 50 bis 113 Minuten.
Warum ist das sinnvoll? Weil Katzen Jäger und Beute sind. Sie müssen schnell zwischen Schlaf und Wachsein wechseln können, um auf Beute zu reagieren. Ein langer, tiefer Schlaf würde sie verletzlich machen. Stattdessen wechseln sie ständig zwischen verschiedenen Schlafstadien: leichtem Schlaf, tiefem Schlaf und REM-Schlaf (wo Träume stattfinden).
Die Schlafforschung hat gezeigt, dass diese REM-NREM-Zyklen schlafabhängig sind – das heißt, sie hängen davon ab, wie viel Schlaf die Katze insgesamt bekommt. Je mehr sie schläft, desto mehr REM-Phasen durchläuft sie.
Interessant ist auch: Katzen haben einen zirkadianen Rhythmus – einen inneren 24-Stunden-Rhythmus. Sie sind nicht wirklich nachtaktiv, wie oft behauptet wird. Stattdessen sind sie dämmerungsaktiv (crepuscular) – am aktivsten in der Morgen- und Abenddämmerung. Aber wenn Du tagsüber aktiv bist, passen sie sich an.
Das Fazit: Deine Katze schläft nicht aus Faulheit – sie optimiert ihre Energie für das Jagen. Und wenn sie nachts aktiv ist, ist das nicht abnormal. Es ist einfach Katze sein.
Quelle: Klassische Schlafforschung; aktuelle Daten zu polyphasischen Schlafmustern bei Feliden.
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Deep-Dive zur Studie:
→ Wie Wissenschaftler den Schlaf von Katzen messen – ohne Chirurgie
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