Katzen folgen nicht dem Alphatier-Modell wie Wölfe. Ihre Sozialstruktur ist dezentraler, flexibler und viel weniger hierarchisch.
Das war lange ein Missverständnis, das aus Wolfsforschung in die Katzenwelt übernommen wurde. Eine Langzeitstudie der ETH Zürich mit 120 Hauskatzen in 30 verschiedenen Haushalten zeigte: Katzen etablieren situative Hierarchien, nicht starre Rangordnungen.
Was bedeutet das konkret? Eine Katze kann in der Küche "den Ton angeben" (weil dort das Futter ist), aber im Schlafzimmer folgt sie der anderen Katze. Diese Flexibilität ermöglicht es Katzen, friedlich zusammenzuleben – ohne die ständigen Machtkämpfe, die starre Hierarchien mit sich bringen würden.
Die Forschenden beobachteten auch: Katzen, die zusammen aufwuchsen, entwickelten stabilere gegenseitige Verständigungssysteme. Sie "verhandelten" ihre Rollen eher, als sie zu kämpfen. Ein Beispiel: Wenn zwei Katzen gleichzeitig den Futternapf erreichen wollten, wich eine ab – nicht aus Angst, sondern aus Verständigung.
Das heißt: Wenn Du mehrere Katzen hast, brauchst Du nicht zu versuchen, eine als "Anführer" zu etablieren. Lass sie ihre eigenen Regeln aushandeln (aber bitte nicht auskämpfen!). Ausreichende Ressourcen (Futterstellen, Katzenklos, Rückzugsorte) helfen dabei, dass diese Verhandlungen friedlich ablaufen.
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