Chronischer Stress setzt bei Katzen das Hormon Cortisol frei – und dieses Hormon ändert nicht nur ihre Stimmung, sondern auch ihre Fähigkeit zu lernen und sich zu konzentrieren.
Forschende der Royal Veterinary College in London untersuchten 80 Hauskatzen über 12 Wochen. Sie maßen Cortisol-Level über Speicheltests und beobachteten gleichzeitig Verhaltensänderungen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Katzen mit erhöhten Cortisol-Werten zeigten nicht nur Angst oder Aggression – sie zeigten auch deutlich schlechtere Leistungen bei kognitiven Aufgaben.
Ein Beispiel aus der Studie: Katzen sollten lernen, einen Hebel zu drücken, um Futter zu bekommen. Katzen mit normalem Cortisol-Level lernten das in durchschnittlich 15 Versuchen. Katzen mit chronisch erhöhtem Cortisol brauchten 40+ Versuche – oder lernten es gar nicht.
Das Interessante: Dieser Effekt war reversibel. Als die Stressquellen entfernt wurden und die Cortisol-Level sanken, verbesserte sich die Lernfähigkeit wieder. Das zeigt: Stress bei Deiner Katze ist nicht einfach "Charakter" – es ist ein biologischer Zustand, der sich ändern lässt.
Das heißt: Wenn Deine Katze ängstlich wirkt, aggressiv reagiert oder einfach "nicht mitkommt", könnte chronischer Stress der Grund sein. Ruhige Umgebung, verlässliche Routinen und ausreichend Rückzugsorte helfen, Cortisol-Level zu senken – und damit auch Lernfähigkeit und Ausgeglichenheit zu verbessern.
---
Deep-Dive zur Studie:
→ Stress und Cortisol – Wie Stress das Gehirn Deiner Katze verändert
Originalquelle
Weiterführende Themen


